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Munition für Gespräche und Stoff für den stillen Genuss. 
Für starke Frauen, die wissen, dass sich beides überschneidet.




Kordial

Von Margaux Lonnberg kommt, in drei Tönen, diese vielseitige Jacke, zu der es je eine nicht minder flexible Hose gibt. So geht Cord im Winter 2019/20.


 
 
Die Mutter des Rock 'n' Roll

Wer hat den Rock ’n’ Roll erfunden? Nachdem die Frage hier auftaucht, dürfte mindestens eins klar sein: Es war eine Frau.

Ihr Name war Rosetta Tharpe. Sister Rosetta Tharpe. 1915 im Arkansas geboren, die Eltern Baumwollpflücker und fromm. Im Alter von sechs Jahren, da spielte sie schon Gitarre und ist in der Kirche aufgetreten, ist ihre Familie nach Chicago gezogen. Und Rosetta ist dem Jazz begegnet und seinem dunkleren Cousin, dem Blues. 1938 stand sie, sowas wie eine Krönung für MusikerInnen, auf der Bühne der Carnegie Hall in New York.

Ohne Rosetta hätte die Geschichte des Rock ’n’ Roll einen anderen Lauf genommen. Elvis, Little Richard, Johnny Cash, Jerry Lee Lewis und andere vermeintliche Urheber des Rock wären ziemlich sicher einen anderen Weg gegangen. Cash hat sie seine grösste Inspiration genannt.

Zwar hatte Rosetta ihr Leben in den Dienst von Gott gestellt, doch niemand hat damals leidenschaftlicher und entschiedener elektrische(!) Gitarre gespielt als sie — lange Zeit ausschliesslich zu Gospelsongs. Berühmt geworden ist sie 1938 mit ihrer Platte “Rock Me.” Während mehr als einem Jahrzehnt war sie ein Star, wurde als Sensation gefeiert; 1945 war ihre Aufnahme “Strange Things Happening Every Day” das erste Gospelstück, das seinen Weg in die R&B-Charts fand — als Nummer 2. Ein frühes Modell für das, was wir seither unter Rock ’n’ Roll subsumieren. 1947 holte sie den 14-jährigen Little Richard zu sich auf die Bühne und veränderte damit sein Leben; es war der Impuls zu seiner Künstlerkarriere. 1951 bezahlten 25’000 Fans, um ihrer dritten Hochzeit, sie fand auf einer Bühne statt, beizuwohnen.

In den früheren 1960-er Jahren hatte die musikalische Revolution, die sie eingeläutet hatte, Rosetta vergessen. Sie ging, schwer enttäuscht, nach England, wo sie weiter aufgetreten ist. Inspiriert hat sie weiterhin, wie Bob Dylan erkannt hat, als er in seiner Radioshow sagte: “I’m sure there are a lot of young English guys (sic!) who picked up an electric guitar after getting a look at her.” 1964 hört man Rosetta bei einem Konzert in der Nähe von Manchester sagen: “Oh I love you so, my English friends. For ever and ever until I leave this world.” Das war 1972 der Fall. Erst Jahrzehnte später hat man einen Grabstein auf ihre letzte Ruhestätte gesetzt. Darauf ist zu lesen: “She would sing until you cried, and then she would sing until you danced for joy. She kept the church alive and the saints rejoicing.” 


 
 
Junge Raucher

Mit “Looking For Alaska” gibt es da draussen neu eine achtteilige Serie, die uns zu vorübergehenden WegbegleiterInnen einer Gruppe US-College-SchülerInnen macht. Nun ist es natürlich nicht das erste Mal, dass wir Einblicke in diesen Lebensabschnitt bekommen; und trotzdem ist sehenswert, wie — nach der Buchvorlage von John Green, vor dem Hintergrund von Literatur und Weltreligionen und Mitte der 2000-er Jahre — adoleszente Freundschaft, junges Ehrgefühl, erwachende Liebe und nicht stumm zu kriegende Selbstzweifel dargestellt werden. Im Zentrum steht die junge Feministin Alaska Young. Sie liest gern und viel, raucht mit ähnlichem Enthusiasmus und ist auch billigem Alkohol nicht abgeneigt. Als ausserschulische Aktivitäten nehmen Streiche in ihrem Alltag einen besonderen Stellenwert ein. Flankiert wird sie dabei von einer kleinen Gruppe männlicher Freunde, in der sie ganz selbstverständlich den Ton angibt. Ein melancholisches Grundgefühl lässt bald ein Drama erahnen, zu dem hier allerdings nicht mehr verraten werden kann, ohne den Sehspass zu verderben…

Sehenswert ist “Looking…” nicht allein, weil unweigerlich Erinnerungen an die eigene Schulzeit, vielleicht auch die erste Liebe wach werden, sondern auch, weil wir recht unvoyeuristisch erleben, wie junge Menschen langsam erwachsen werden und weil Alaskas Freunde junge Männer sind, die Zugang zu ihren eigenen Gefühlen haben. Und der Soundtrack ist auch nicht ohne.


 
 
Il faut respecter le noir, un rien le prostitue

Wieder mal etwas Stilhilfe für ihn? Warum nicht. Ein Axiom kann sein: Farben reduzieren; lieber bei Form und Materialien etwas wagen. Dafür kann Mann z. Bsp. mal bei Acronym (oben) vorbei schauen. Bei Transit. Oder bei Hannibal (unten). Auch immer ein guter Ausgangspunkt ist, zumal im Winter, Veilance — ich habs in der Vergangenheit bereits erwähnt.


 
 
PS:

Herzliche Gratulation an Teresa Vittucci zum Schweizer Tanzpreis 2019 für ihr Stück Hate me, tender. Solo for Future Feminism — ihr viertes Solo. Den Preis für dieses Werk der Choreographin und Tänzerin begründet Jurymitglied Isabelle Fuchs unter anderem mit den Worten: “Teresa Vittucci demontiert nichts weniger als den Mythos der Jungfrau Maria – und ruiniert dabei 2000 Jahre Katholizismus – oder auch die Gesetze des Eigentums und der sexuellen Dominanz als Umstände des Kapitalismus.”

2019/2020 ist die Wienerin Young Associate Artist (YAA) am kürzlich wiedereröffneten Tanzhaus Zürich.

Uns're täglich Munition
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