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Munition für Gespräche und Stoff für den stillen Genuss. 
Für starke Frauen, die wissen, dass sich beides überschneidet.




Alltags-Kriegerin

Der Alltag als per­pe­tu­eller (Klein-)Krieg? Ab und zu erscheint es so. Für solche Tage gibt es wohl dieses T-Shirt aus Paris…

Ebenfalls von dort kommen die Socken für alle Klardenkenden. Menschen also, die nicht auf Sexismus stehen.


 
 
Wer hat den Grössten?

Ein gewisser John Lennon hat ihnen beschieden “Mädchen spielen keine Gitarre”. Aber Mary, Sylvia, Pam und Valerie (ebenfalls) aus Liverpool haben sich nicht beeindrucken lassen. Sie wollten, das war 1962, sie waren 16 und 17, die erste rein weibliche Rock ’n’ Roll-Band werden. Dazu brauchte es Instrumente. Die waren zwar schneller gekauft als beherrscht; aber üben hat geholfen. Ohne Umwege gelangten sie zum Bandnamen: The Liverbirds — nach dem Wappentier ihrer Heimatstadt. 

Musikstars wurden zu der Zeit in Hamburg gemacht, im Star Club auf St. Pauli. Mary ist dort der Ruf vorausgeeilt, die besten Joints der Stadt zu drehen; Jimi Hendrix hatte in diesem Zusammenhang von ihr gehört, bevor er sie persönlich getroffen hat. Den Rest ihrer Fans haben die vier aber mit ihrer Musik überzeugt. Vor dem Hotel Pazifik, damals das Haushotel des Musikclubs, sollen die zum grossen Teil männlichen Groupies Schlange gestanden haben, während die Band vom Fenster aus immer mal wieder die Frage gestellt hat, wer “den Grössten” habe. Gemeint war der grösste Wagen, also das geräumigste Auto — man wollte nach Timmendorf oder St. Peter Ording an den Strand.

Zusammen haben Mary, Sylvia, Pam und Valerie eine Europa-Tournee geschafft. Auftritte in Las Vegas haben sie abgesagt, weil sie dort oben ohne hätten auftreten sollen. Dann ist Sylvia schwanger geworden und hat von ihrem Arzt Auftrittsverbot bekommen und Valerie hat sich um ihren gelähmten Ehemann — einen Fan, der auf der Autofahrt zu einem ihrer Konzerte verunfallt war — gekümmert. Auftritte in Japan haben The Liverbirds mit zwei Ersatzmusikerinnen bestritten, die die fehlenden Gründungsfreundinnen aber nie ersetzen konnten. Die Frauen, inzwischen 22 und 23, haben sich entschieden, nicht weiterzumachen. 

Für ein Musical, das letztes Jahr die Geschichte der Band nochmal erzählte, wählten die Verantwortlichen den Titel “Girls Don't Play Guitars”. Gibt es ein besseres Beispiel für die Überflüssigkeit von Sätzen, die mit "Girls don't..." beginnen?

The Liverbirds - Peanut Butter

The Liverbirds - Loop de Loop


 
 
PS:

Ein Buch über Frauen in der Musikwelt. Hatten wir das nicht letztes Mal schon? Gegenfrage: Haben wir je genug davon?

Diesmal von Evelyn McDonnell

Uns're täglich Munition
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