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Munition für Gespräche und Stoff für den stillen Genuss. 
Für starke Frauen, die wissen, dass sich beides überschneidet.




Now playing: the revolution

Es war 1995 als in den USA ein Buch erschienen ist, das sich schnell zum Klassiker in Sachen “Frauen und Rockmusik” entwickelt hat: Sex Revolts. Gender, Rock And Rebellion von Joy Press und Simon Reynolds. 2018 kam es mit neuem Vorwort und Zusatzkapitel in erweiterter Fassung erneut heraus. Inzwischen ist das Werk auch ins Deutsche übersetzt.

Sex Revolts betrachtet Rockmusik freudianisch; spielt die Rollen von Gender anhand von Songtexten, Musikerbiografien und Sounds durch — misogyne Auswüchse, gesellschaftspolitische und zeitgeschichtliche Einordnungen inklusiv.

Das britisch-amerikanische Autorenpaar schreibt provokant und leidenschaftlich; vereint die persönliche Fanperspektive mit analytischem Blick auf das Objekt. Anschaulich wird etwa dargelegt, wie Frauen noch der Beschränktheit der übelsten Machohymnen von Guns 'n' Roses etwas Subversives abgewinnen können oder wie Stones-Songs wie “Under My Thumb” und “Tumbling Dice” dominante Männlichkeit proklamieren. Press und Reynolds untersuchen die Frauenbilder der “wütenden jungen Männer” (u. a. Rolling Stones, Sex Pistols), der “Krieger und Kreuzzügler” (u. a. The Clash, Public Enemy), der “Möchtegern-Supermänner” (u. a. Led Zeppelin, Jim Morrison, Nick Cave) und der “psychedelischen Träumer” von Pink Floyd über Van Morrison bis zu My Bloody Valentine. Und sie erobern denjenigen ihren Raum zurück, die sonst gerne mal übergangen werden: Den Revolutionärinnen der Musikgeschichte. Das Buch erzählt von Performerinnen wie Kate Bush, Siouxsie und Grace Jones, präsentiert Feministinnen von The Slits bis zu den Riot Grrrls und porträtiert Rock-Hohepriesterinnen wie PJ Harvey, Janis Joplin, Joni Mitchell und Courtney Love.

Besonders schön: Immer wieder wird quergelesen zur Literatur, gibt es Vergleiche zwischen Popsongs und Werken von Beatpoeten, werden ästhetische, ethische und feministische Ebenen in die Musik eingezogen. 

Erhältlich ist die deutsche Ausgabe ab dem 15. Februar.


 
 
Verdammt gut
Lee Krasner um 1938
FotografIn unbekannt

“Eine Kanone von einer Frau” sei sie, schreibt mir Aleksandra vom Zentrum Paul Klee. Ihre grossformatigen Werke “eine Wucht”. So erfreulich deutlich klingt es, wenn Menschen direkt mit Menschen kommunizieren. Die Rede ist von Lee Krasner (1908-1984), Pionierin des abstrakten Expressionismus. Im offiziellen Pressematerial wird es dann etwas trockener, aber nicht weniger interessant: Rund 60 von Krasners Arbeiten — die wichtigsten Zeichnungen, Gemälde und Collagen der 1920er- bis 1970er-Jahre — zeigt das Berner Museum in der Retrospektive “Lee Krasner. Living Colour” ab dem 7. Februar. Eine der “unbeirrbarsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts” sei die Amerikanerin gewesen; jemand, die sich zeitlebens neu erfand, was in der enormen Energie und Vielfalt der Arbeiten zum Ausdruck komme.

Lee Krasner, Springs, 1972
Fotograf: Irving Penn
(c) The Irving Penn Foundation
Lee Krasner, Prophecy, 1956
Öl auf Baumwolldruck, 147.6 x 86.4 cm, Privatbesitz
Foto: Kasmin Gallery, New York, Christopher Stach
(c) The Pollock-Krasner Foundation

Und was sagte Lee Krasner über sich selbst? “Ich denke, jede Malerei ist biografisch. Man kann jeden Künstler lesen, wenn man sich die Mühe gibt” etwa. Und, in Zusammenhang mit ihrer späten Anerkennung in der Kunstwelt: “Ich war eine Frau, Jüdin, eine Witwe, konnte verdammt gut malen – besten Dank dafür – und war wohl etwas zu eigenständig.”

Vielleicht sehen wir uns demnächst in der Ausstellung? Für euch hat Aleksandra 5 x 2 Tickets reserviert. Wer auf diesem Weg hin möchte, schreibt, wie immer, einfach eine Mail an ammo@sheshotagun.ch; als Betreff diesmal bitte “Lee Krasner die Kanone”.


 
 
Endlich Bill

Wer Bill Fay bisher nicht im imaginären Büchlein guter Musik hat, mag sich vielleicht über sein neues Album — ein ruhiges und berührendes Alterswerk — an das recht überschaubare Schaffen des Engländers herantasten. Es lohnt sich.

“Countless Branches” ist am Freitag erschienen; als Anspieltipps empfehle ich: 

Salt Of The Earth
One Life

 
 
PS:

Seilspringen als Metapher fürs Leben? Warum nicht? Sängerin/Rapperin und Autorin Dessa aus Minneapolis macht daraus zusammen mit The Minnesota Orchestra und ein paar wachen Girls ein Gute-Laune-Video.  

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