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Munition für Gespräche und Stoff für den stillen Genuss. 
Für Frauen, die wissen, dass sich beides überschneidet.


 
 
Die Mutmacherin und die Tigerbändigerin

Im Sommer dieses Jahres, in dem wir ohnehin zu viele Menschen verloren haben, sind innerhalb eines Monats zwei Frauen verstorben, von deren öffentlichen Leben diese frohe Kraft ausging, die gerade an ganz vielen Orten fehlt: Am 18. Juni die Engländerin Vera Lynn; sie wurde 103 Jahre alt. Am 17. Juli dann die Französin Zizi Jeanmaire, geboren 1924. 

Beide haben einen eindrücklichen kulturellen Fussabdruck hinterlassen, sind, mindestens in ihren Heimatländern, im kollektiven Gedächtnis mehrerer Generationen präsent.

Vera Lynn

 
Zizi Jeanmaire

Lynn, die mit elf Jahren die Schule schmiss, um als Tänzerin und Sängerin zu arbeiten, mit 16 begann, als Solo-Künstlerin aufzutreten und mit 22 zum ersten Mal im Radio zu hören war, ist die Frau hinter We'll Meet Again, dem Song, der Menschen im Zweiten Weltkrieg vielleicht mehr Mut machte als jedes andere Stück Musik. Sie hat ihn 1939 zum ersten Mal intoniert. 

Jeanmaire ihrerseits war Tänzerin, Sängerin, Showgirl und Schauspielerin; trat schon mit neun Jahren in die Schule des Pariser Opernballetts ein und blieb, im Herzen, dem Tanz immer treu. Sie tanzte, wie es eine deutsche Zeitung formulierte, “bis ihr das Publikum förmlich hypnotisiert zu Füssen lag wie ein gezähmter Tiger.” Die Schriftstellerin und Ex-Vogue-Chefredakteurin Edmonde Charles-Roux zog sie heran, als sie einst über den Inbegriff der Verführung nachdachte: “Zizi, ihre Beine, ihre Stimme, ihre Arme, ihre Hände, ihr Körper, ihre Knöchel, ihre Art, sich zu bewegen.” 


Vielleicht kann man das, und alles, was es sonst noch zu sagen gäbe, aber einfach vergessen und schlicht in Erinnerung behalten, dass beiden Frauen musikalische Denkmäler gesetzt worden sind.

Pink Floyd
Vera/Bring The Boys Back Home
Peter Sarstedt
Where Do You Go To My Lovely

 
 
PS:

Im Lauf dieses sonderbaren Jahres gab es glücklicherweise auch immer mal wieder Erfreuliches zu erleben; Musik aus dem Lockdown, etwa. Ich denke da z. Bsp. an Karen Elson und ihre Instagram-Konzerte. "It reminded me that music has always been a tonic for difficult moments and a welcome escape", sagt sie dazu. Nun sind eine Handvoll der Cover-Songs auf der EP "Radio Redhead Vol. 1" erschienen. Alle absolut hörenswert; herausheben möchte ich allerdings diesen.

Uns're täglich Munition
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