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Munition für Gespräche und Stoff für den stillen Genuss. 
Für starke Frauen, die wissen, dass sich beides überschneidet.




Frauen bauen.

Der Pritzker-Preis, die Information hat inzwischen die Runde gemacht, geht dieses Jahr an zwei Frauen: Yvonne Farrell und Shelley McNamara (unten). Ihr Büro, Grafton Architects — bescheiden benannt nach einer Strasse in ihrer irischen Heimat —, haben sie 1978 gegründet; ein Jahr, bevor die Architektur-Oscars erstmals vergeben worden sind. In der 41-jährigen Geschichte des Pritzker-Preises sind sie die vierte, bzw. fünfte Frau, die damit ausgezeichnet werden. Vor ihnen standen nur Zaha Hadid sowie Kazuyo Sejima und Carme Pigem (die ihn jeweils zusammen mit ihren Büropartnern gewonnen haben).

Wie sieht es aber aus, wenn wir uns selber eine Meinung zum gebauten Werk von Frauen machen wollen? Wissen wir, wo wir es finden? Nehmen wir etwa Museen — die drei grossen in Basel? Fehlanzeige. Von den 19 Gebäuden auf dem beliebten Vitra-Campus: Eines von einer Frau, ein einziges von einem gemischgeschlechtlichen Team. Der Neubau des Kunsthauses in Züri? Das höchste Gebäude der Schweiz? Werden von Männern gebaut — oder mindestens unter Männernamen. 

Schauen wir uns also weiter um. Weil ich Dinge nicht gerne am Mass der Schweiz messe, beginnen wir mit der Dänin Dorte Mandrup, die zwar meint “We need to stop promoting ‘female architects’ in worthy lists and exhibitions, so that women can be seen as more than second class citizens” — was ich im Grundsatz unterstütze. Und trotzdem ist es wie mit der Frauenquote für Firmen: Ohne sie geschieht zu wenig. Also ein selbstbewusster Bau von ihr.

(Links zu allen Projekten hinter den Bildern.)


Elisabeth Diller ist Gründungspartnerin von Diller Scofidio + Renfro in New York. Ihr verdanken wir unter anderem The Broad, das neuste Museum in Los Angeles.


Lux Guyer (1894-1955) eröffnete 1924 als eine der ersten Architektinnen in der Schweiz ihr eigenes Büro. Sie baute unter anderem das Saffa-Haus, das heute nach einer bewegten Geschichte in der Zürcher Provinz steht.


Paola Maranta (Website gerade in Überarbeitung), ebenfalls Schweizerin, ist verantwortlich, ok: mitverantwortlich für dieses extragute Gebäude im Bergell.


Die erste Frau, die in Österreich Architektur studierte, war Margarete Schütte-Lihotzky. Ihr Umfeld fürchtete, sie werde verhungern, weil “kein Mensch sich von einer Frau ein Haus bauen lassen wird”. Ihr Werk ist dann doch sehr umfangreich ausgefallen. 


Die Mexikanerin Tatiana Bilbao entwirft neben anderem Kleinsthäuser für arme ländliche Gemeinden — ihren Prototyp gibt es für rund 6’000 Franken.


Corinna Menn zeichnet verantwortlich für die spektakuläre Aussichtsplattform über der Rheinschlucht bei Conn in ihrem Heimatkanton Graubünden.


Tracy Meller, einzige Partnerin eines international agierenden Londoner Architekturbüros, ist die Frau hinter dem Hauptgebäude der London School of Economics.


Nicola Rutt verantwortet das gigantische Umnutzungsprojekt Here East, das das Medienzentrum des Londoner Olympia-Parks in einen Hub für die Kreativ- und Digital-Industrie umgewandelt hat.


 
 
PS:

Dass Architektinnen mehr können als Bauwerke erdenken und errichten zeigt Neri Oxman — sie wirkt auch als Designerin und Erfinderin. Etwa dieser medizinischen Innovation.

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