Copy
Newsletter 3 / 2016
Klicken Sie hier, um den Newsletter im Browser korrekt anzuschauen.
Logo SCCER-SoE

Der Zukunft entgegen

Keine Frage, die Zukunft gehört den Jungen. Deswegen macht einer von ihnen den Auftakt dieses Newsletters mit einem Bericht über die PhD School in Leukerbad. In der Rubrik „Einblick“ erfahren Sie mehr über aktuelle Forschungsaktivitäten mit grosser Bedeutung für die zukünftige Wasserkraft, über das noch junge EU-Projekt DESTRESS, und über das ISC-Projekt im Felslabor Grimsel, das bisherige Zukunftsmusik demnächst in Taten umsetzen wird. Zu guter Letzt verraten wir Ihnen, welche Schwerpunkte das SCCER-SoE in den kommenden vier Jahren setzen wird.

Rückblick

PhD School in Leukerbad

Mitte Oktober 2016 fand in Leukerbad (VS) die zweite Ausgabe der SCCER-SoE/NRP 70 PhD School statt. Da im Vorfeld viele Doktorierende bei ihrer Planung mitgewirkt haben, war sie bestmöglich auf die Bedürfnisse der rund 60 Teilnehmenden abgestimmt.

Am Mittwochmorgen vermittelten Vorträge zu folgenden Themen verschiedene Aspekte der Energiewende: der Klimawandel, die Stromknappheit im Winter, die Herausforderungen der Stromspeicherung, sozio-ökonomische und politische Faktoren sowie die Akzeptanz in der Bevölkerung. Auf besonderes Interesse stiess der Exkurs am Ende des Tages über die Förderangebote für Start-ups der Kommission für Technologie und Innovation (KTI).

Am zweiten Tag drehte sich alles um die Region. Auf dem eindrücklichen Aussichtspunkt Gemmi erklärte Professor Herwegh der Universität Bern den Aufbau der Alpen. Nach einer kurzen Wanderung Richtung Lämmerenhütte widmeten wir unsere Aufmerksamkeit einem kleinen Tal (siehe Foto). Zu unserem Erstaunen handelt es sich um eine Millionen Jahre alte Verwerfung, welche tausende Meter tief unter der Oberfläche lange Zeit geothermisch aktiv war. Heute zeugt neben den vielen parallelen Rissen eine Calcitkristallschicht im Zentrum der Verwerfung von dieser Epoche. Am Nachmittag besichtigten wir das nahegelegene Wasserkraftwerk Lötschen. Mitarbeitende der Betreiberfirma EnAlpin AG zeigten uns die Staumauer sowie die Zentrale und gingen dabei auf unsere zahlreichen Fragen ein.

Am Freitag bewirkte ein Workshop für die Geothermie-PhDs einen wertvollen Informationsaustausch über die Institutsgrenzen hinweg. Parallel wurden den Wasserkraft-PhDs die Herausforderungen aber auch neuen Chancen für die Wasserkraft aufgrund des Klimawandels sowie mögliche Schritte zur Realisierung der Energiestrategie 2050 nähergebracht. Eine Übung über die Auswirkungen von Kleinwasserkraftwerken auf den Genpool von Fischen vervollständigte das Programm und zeigte den Doktorierenden, dass man nie ausgelernt hat. Danach wartete auch schon der Bus ins Tal, und während die Teilnehmenden noch einmal die imposanten Berggipfel des Wallis bestaunten, freuten sie sich bereits auf die PhD School 2017 in der Region Glarus.

Bericht von Severin Stähly, EPFL-LCH
Die SCCER-SoE Jahreskonferenz 2016 in Sitten (VS) gehört bereits der Vergangenheit an. Auf unserer Webseite haben Sie die Möglichkeit, die Folien aller Vorträge und die Projektposter (nach Task geordnet) nachzuschlagen.

Einblick

Steckbriefe

Projekt: Neues hochauflösendes Wettergenerator-Modell
Wettergenerator-Modell

Was?

Um zukünftige Klimaszenarien und damit die Wasserverfügbarkeit für die Wasserkraftproduktion simulieren zu können, wurde ein neues stochastisches Wettergenerator-Modell namens AWE-GEN-2d (Advanced Weather GENerator for 2-dimension grid) entwickelt.
Dieses ermöglicht die schnelle und effiziente Simulation der wichtigsten Klimadaten (z. B. Niederschlag, Temperatur, Strahlung, Wind, relative Luftfeuchtigkeit) mit einer sehr hohen räumlichen und zeitlichen Auflösung. So sind beim Niederschlag Simulationen für eine Fläche kleiner als 2 x 2 Quadratkilometer und für ein Zeitfenster von 5 Minuten möglich, was der Auflösung eines Wetterradars nahekommt.

Schauen Sie dieses kurze Video, in welchem die Fähigkeiten von AWE-GEN-2d demonstriert werden. Zudem können Sie auf diesen zwei Poster (Seiten 5 und 6) mehr über das Projekt erfahren.
 

Weshalb?

In den letzten Jahrzehnten wurden Klimaveränderungen beobachtet, die durch anthropogene Einflüsse entstanden sind und weit über die übliche natürliche Variabilität des Klimas hinausreichen. In den kommenden Jahren wird ein noch intensiverer Klimawandel erwartet, erhebliche Auswirkungen auf die Wasserkraftproduktion haben wird.

Problematisch sind die grossen Unsicherheiten der Klimaprognosen. So variiert beispielsweise die erwartete Erhöhung der durchschnittlichen Jahrestemperatur in der Schweiz bis zum Ende des 21. Jahrhunderts im Vergleich zu heute zwischen 2.7 und 4.8 °C. Die Vorhersagen bezüglich Niederschlagsänderungen sind noch ungenauer (es existieren sowohl Trends der Niederschlagszunahme als auch der Abnahme in Abhängigkeit vom untersuchten Standort und der Jahreszeit).

Mehr erfahren (wer und wie?)
Projekt: Klimawandel versus Energiemarkt
Klimawandel vs. Energiemarkt

Was?

Im Rahmen dieses Projekts wird ein neues Modellkonzept entwickelt, welches den Betrieb von Wasserkraftwerken unter Berücksichtigung sowohl des Klimawandels als auch der Veränderungen im Energiemarkt simulieren kann.
Damit sollen Antworten auf die folgenden Fragen gefunden werden: Sind die aktuellen Betriebsbestimmungen zukunftstauglich oder werden Schweizer Energieunternehmen diese erheblich überarbeiten müssen? In welchem Verhältnis stehen die Auswirkungen des sich ändernden Energiemarktes und des Klimawandels? Wie viel mehr Elektrizität können die existierenden Wasserkraftanlagen unter den neuen Bedingungen erzeugen? Welche Anpassungen zu welchen Kosten sind dazu nötig? 
 

Weshalb?

Die Wasserkraftproduktion erwartet in Zukunft zwei grosse Herausforderungen:
  • Der Klimawandel und die damit verbundene Abnahme der Wasserverfügbarkeit aufgrund des Gletscherrückzugs.
  • Der Energiemarkt und damit verbundene unsichere Betriebsbedingungen aufgrund des Energiebedarfs und der stark schwankenden Nachfrage. Letztere gewinnt seit der massiven Einführung von Solar- und Windkraftanlagen in den Portfolios vieler europäischer Länder zunehmend an Bedeutung. Von den Wasserspeicherkraftwerken wird als Ausgleich zunehmend ein flexibler Betrieb verlangt.
Mehr erfahren (wer und wie?)

Das ISC-Experiment im Scheinwerferlicht

Felslabor Grimsel
Anfang September 2016 besichtigten zahlreiche Journalisten auf Einladung des SCCER-SoE das Felslabor Grimsel der Nagra, um einen exklusiven Einblick in das Experiment „In-Situ Stimulation and Circulation (ISC)“ zu erhalten. Wenn Sie mehr über das Projekt erfahren möchten, schauen, hören und lesen Sie die folgenden TV-, Radio- und Zeitungsbeiträge: Zurzeit widmen sich Projektleiter Dr. Florian Amann und sein Team den letzten Vorbereitungen für die eigentliche Stimulation, welche für Anfang Februar 2017 vorgesehen ist. Dazu testen sie das seismische Überwachungssystem, schliessen die Bohrlochinstrumentierung ab und führen letzte hydraulische Tests durch.

Neu im Blog

DESTRESS
Die Wärme im Erdinneren umweltfreundlich, wirtschaftlich erfolgreich und nachhaltig nutzen? Das wünscht sich nicht nur die Schweiz im Zuge der Energiestrategie 2050 – auch in Europa soll die Geothermie eine tragende Rolle im künftigen Energiemix spielen. Das internationale Projekt DESTRESS will Methoden und Machbarkeit prüfen.

Von Michèle Marti und Stefan Wiemer
Sedimente
Wie gelingt ein optimaler Umgang mit Sedimenten für eine nachhaltige Wasserkraft?

Wasserkraft ist weltweit die wichtigste Quelle für erneuerbare elektrische Energie. Oft stören aber Sedimente ihren reibungslosen Betrieb. Diese lagern sich am Grund von Stauseen ab oder führen zu einer erhöhten Abnutzung der Turbinen. Obwohl zahlreiche Massnahmen bekannt sind, erfordert jeder Standort individuelle Lösungen.

Von Robert Boes

Ausblick

Das SCCER-SoE ist bereit für Phase II


Ende 2016 geht das mittlerweile drei Jahre alte Schweizer Kompetenzzentrum für Strombereitstellung in seine zweite Phase über.

Auf den ersten Blick scheint für die aktuell 220 Forschenden (darunter 94 Doktorierende) vieles beim Alten zu bleiben: Die gleichen Leitfragen sind immer noch gültig. Dieselben Forschungspartner arbeiten zusammen. Das Budget der Jahre 2015/6 wird für weitere vier Jahre fortgeschrieben.

Aber es gibt auch gewichtige Änderungen: Trotz des Namens Supply of Electricity werden neu auch Forschungsprojekte unterstützt, welche zum Ziel haben, Wärme zu fördern.
Ausserdem wird verstärkt mit den sieben anderen SCCER zusammengearbeitet, so zum Beispiel auf dem Gebiet der Szenarien und Modellierung von Energiesystemen oder bezüglich Empfehlungen, wenn es bei der Umsetzung kritischer Kraftwerksprojekte um den Einbezug der Bevölkerung und legislatorische Prozesse geht.
Die formell grösste Änderung betrifft die Schaffung eines neuen Arbeitspaketes. In diesem sollen nach eher grundlegenden Forschungsarbeiten in der ersten Phase anhand der folgenden sieben Pilot- und Demonstrations-Projekte erste Früchte geerntet werden:
  • Stimulations-Experimente in Felslabors
  • Reservoir Engineering für den Wärmetauscher in Haute-Sorne
  • Hydrothermale Erkundung der Wärmeentnahme und -speicherung im Genfer Becken
  • Pilotversuch der geologischen Einlagerung von CO2 im Untergrund
  • Kleinwasserkraftwerke
  • Kontrollierte Entnahme von feinen Sedimenten aus Stauseen
  • Erarbeiten von Lösungen für die Herausforderungen bei Stauseen im Gebiet ehemaliger Gletscher
Das SCCER-SoE ist bereit für neue Herausforderungen, die Zukunft kann kommen!

18. - 20. Januar 2017
International Workshop on "Advances in Laboratory Testing and Modelling of Soils and Shales" in Villars-sur-Ollon

14. - 17. März 2017

Schatzalp Workshop on Induced Seismicity in Davos

23. - 28. April 2017

EGU General Assembly 2017 in Wien

9. - 12. Mai 2017
Second International Workshop on Sediment Bypass Tunnels in Kyoto

14. - 15. September 2017
SCCER-SoE Jahreskonferenz

Der nächste SCCER-SoE Newsletter erscheint im März 2017.
Forward
Tweet
Share
Share
Copyright © 2016 SCCER-SoE, All rights reserved.

Klicken Sie hier, um sich von diesem Newsletter abzumelden.

Email Marketing Powered by Mailchimp