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459  18.7.2022       
      
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 KOMMENTAR

Vermischtes

Wie der Blick aus dem Fenster und erst recht auf das Thermometer beweist: wir haben Sommer, Hochsommer. Das hält uns nicht davon ab, das Geschehen rund um die Altersvorsorge zu kommentieren.

Der Abstimmungskampf um die AHV 21-Revision wurde mit Pauken und Trompeten eröffnet. Die Finanzlage ist katastrophal, der Zustupf der letzten Massnahmen reicht nicht mal bis 2030. Aber darum geht es nicht. Es geht um die Frauen. Scheinbar benachteiligt an allen Fronten. Und nun neuerdings auch noch Frauen*, mit Stern, wie auf dem Banner des Hirschenecks, der Basler Szenebeiz, zu lesen ist und wie auch der Gewerkschaftsbund schreibt. Signalisiert wird vermutlich, Frauen* sind auch alle Träger des Y-Chromosoms (früher generell als Männer bekannt), die aber anders empfinden, also ebenfalls Opfer der Gesellschaft sind. Das Wortgebilde Männer* ist uns ist uns bislang nicht begegnet. Das dürfte aber bloss eine Frage der Zeit sein. Was wird damit erreicht, fragt man sich, ausser dass die Sprache malträtiert wird.

Auch sonst füllt das Frauenthema mit Blick auf die AHV-Abstimmung die Spalten. Auf dem Spiel steht mit dem Frauenrentenalter 64 ein Privileg; das tut weh und wird nicht einfach hingenommen. Dass es verfassungswidrig ist, steht ausser Frage, genauso wie die Benachteiligung der Witwer. Aber klar, wenn man schon vier Jahre länger lebt, sollte man wenigstens etwas früher pensioniert werden, und wenn’s nur ein Jahr ist.

Weil trotz aller Abfederung und Kompensationen die Gleichstellung beim Rentenalter zu Einbussen führt, soll gemäss politischer Einschätzung bei der BVG-Revision den Frauen etwas geboten werden. Schon weil sie dort – weil weniger verdienend – auch tiefere Renten bekommen. Was zwar logisch ist, aber deswegen offenbar noch lange nicht akzeptabel scheint. Die tieferen Löhne der Frauen haben viel damit zu tun, dass Frauen immer häufiger und immer weniger Lust auf eine Vollzeitstelle haben. Das drückt auf die Löhne und reduziert die Karrierechancen und die Renten. Der Trend ist gleichermassen bei Frauen mit und solchen ohne Kinder zu beobachten - während Gastro und Detailhandel händeringend nach Arbeitskräften suchen. Daraus machen die Gewerkschaften prekäre Arbeitsverhältnisse und neue Armutsrisiken, die gesellschaftlich zu kompensieren sind. Wieso eigentlich? Eigenverantwortung?

Ein Thema ohne Verfalldatum: Die freie PK-Wahl. Kerstin Windhövel, anscheinend die einzige vollamtliche Professorin für Altersvorsorge der Schweiz, macht sich dafür stark. Leider mit schwachen Argumenten. Klar ist, man kann aufgrund der Arbeitgeberfirma in eine wenig komfortable Pensionskasse geraten. Aber die Firma kann man wechseln. Natürlich könnte man in einem System mit freier Wahl noch einfacher die Kasse wechseln. Bloss: wir haben dann eine zweite Säule, die mit der heutigen nicht mehr zu vergleichen wäre, weil nämlich der Arbeitgeber mit dem Recht auf Wahl der Kasse auch seine Verpflichtungen ihr gegenüber verlieren würde, also keine Sanierungsbeiträge mehr leisten müsste. Und die Kassen dürften deshalb auch kaum mehr in Unterdeckung geraten, mit entsprechenden Folgen für die Kapitalanlage – siehe Vollversicherung. Wäre ev. zu berücksichtigen, mindestens in einem Nebensatz.

Peter Wirth. E-Mail

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