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384   27.5.2019        
      
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 KOMMENTAR

Baby Boomer contra Gen X,Y,Z

Die «Baby Boomer» sind ein längst etablierter Begriff, die «Millennials» auf dem besten Weg dazu. Die Mode, Generationen mit einem speziellen Ausdruck zu belegen, ist in den USA aufgekommen und breitet sich auch bei uns aus.

Die Baby Boomer sind die zwischen 1946 und 1964 Geborenen, die Millennials (auch Generation Y) kamen von 1981 bis 1996 zur Welt. Zwischen den beiden Altersklassen liegen die weniger auffälligen Angehörigen der «Generation X», die als schaffig, brav, angepasst gelten. Auf die Millennials folgte ab 1997 bis 2012 die «Generation Z»; für die neuste Generation wird noch ein Name gesucht. Mit dem Alphabet ist man am Ende.

Man kann sich über diese Kategorisierung amüsieren oder ärgern, sie ist jedenfalls fantasievoller als die vage und banale Unterscheidung in Junge und Alte, wie sie bei uns gängig ist – nicht zuletzt in der Diskussion um die Altersvorsorge. Natürlich sind die Daten willkürlich gewählt und richten sich nach Entwicklungen in den USA. Aber grosso modo passt die Einteilung ganz gut auf hiesige Verhältnisse. Es scheint deshalb angemessen, den Begriff, wenn vielleicht auch faute de mieux, zu übernehmen.

Die Millennials – also die heute ca. 23 bis 38-Jährigen - dominieren zunehmend die öffentliche Diskussion und sie stehen in mancherlei Hinsicht in Opposition zu den «Boomers», die jetzt in Pension gehen.

Das generationenübergreifende Projekt der Sozial- und Alterssicherung muss mit den gegensätzlichen Einstellungen und Lebensentwürfen der Generationen umgehen. Es gelingt schlecht, was sich in den verschleppten Reformen zeigt.

Die Baby Boomer lebten in einer Zeit stetig steigender Realeinkommen und attraktiver Neuheiten, z.B. Autos und Flugreisen für jedermann. Sie hatten bei all dem keinen Moment ein schlechtes Gewissen. Wieso auch? Und sie mussten sich kaum je um ihren Job sorgen. Und sie hatten tolle Musik. Je nach Geschmack entweder die Beatles oder die Rolling Stones oder tausend andere und den besten Jazz aller Zeiten.

Millennials hingegen müssen sich in einer unübersichtlichen und komplexen Welt behaupten. Dass sie ihre Familien fast zehn Jahre später gründen als ihre Eltern, kommt nicht von ungefähr. Und ihre Musik? Ein Jammer, grösstenteils. Sie können zwar mit bescheidenem Sackgeld übers Wochenende nach London, Berlin oder Istanbul fliegen. Aber um den Preis der Scham für all das CO2, das der Jet hinter sich zurücklässt.

Vieles, was für die «Boomer» noch neu und aufregend war, ist längst zur Selbstverständlichkeit geworden. Aber Wohlstand zu erreichen und zu sichern, ist schwerer geworden. Man ängstigt sich um die Zukunft des Planeten und fürchtet, wirtschaftlich unter die Räder zu kommen. Die Realeinkommen nach Steuern und Krankenkasse stagnieren oder gehen zurück. Und für viele wird die Wohnungsfrage zum fast unlösbaren Problem. Einverdiener-Haushalte sind zur seltenen Spezies geworden. Die Kinder werden ab frühem Alter in der Kita deponiert. Mamis Karriere darf nicht unterbrochen werden. Sie kann es sich finanziell auch gar nicht leisten. Das wird gerne als Fortschritt und Emanzipation bezeichnet.

Und nicht zuletzt: die Aussichten in der Altersvorsorge sind alles andere als rosig. Die Boomer gehen im Schnitt mit einer PK-Rente in Pension, die gut ein Viertel zu hoch ist. Ein Skandal, der zu lange unter den Tisch gewischt wurde. Die Millennials bezahlen dafür mit Abstrichen bei der eigenen Vorsorge.

Bei der AHV sieht es nicht besser aus. Das viel gepriesene Umlagesystem kann seine Wunder nur solange wirken, als das Verhältnis von Zahlenden und Beziehenden einigermassen stabil bleibt. Davon kann mit Blick auf die Demographie keine Rede sein. Wenn in der zweiten Hälfte der 20er Jahre die geburtenstärksten Jahrgänge der Baby Boomer pensioniert werden und die AHV-Ausgaben explodieren, werden die Millennials am meisten belastet. Aber nur schon die Ausformulierung der Problematik verletzt offenbar ein Tabu, weil damit angeblich die Jungen gegen die Alten ausgespielt werden. Oder nach abstruser, man muss sich Angstmacherei vorwerfen lassen. Was für ein Unsinn.

So kommen zu den unterschiedlichen Zielen, Ängsten und Hoffnungen die harten Fakten der finanziellen Belastung hinzu. Kein Wunder steht der Punkt Altersvorsorge ganz oben auf dem Sorgenbarometer. Die junge Generation macht sich mit Klima- und Frauenstreik Luft, hat aber für die wirtschaftliche Problematik ebenso wenig ein Patentrezept wie die ältere. Die politischen Exponenten aus dem progressiven Lager suchen ihr Heil in nebulösen Versprechungen und ökologischer Selbstkasteiung. Aber viel mehr als Gendersternchen und die Forderung nach Gleichberechtigung wird nicht geboten. Plus vielleicht noch etwas Papiurlaub.

Da staut sich einiges an Ressentiment und gegenseitigem Unverständnis auf. Die notwendigen Anpassungen sind schmerzhaft und kein Ziel, für welches man auf die Strasse geht. Mit Blick auf die empfindliche Psyche der Wähler will man sich mit kleinen und kleinsten Schritten begnügen. Die echten Reformen sollen später folgen. Ein schlecht kaschiertes Ausweichmanöver. Gedient ist damit niemandem. Zuallerletzt den Millennials. Und die Baby Boomer machen sich aus dem Staub.

Peter Wirth, E-Mail


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Resultat unserer Umfrage

Die Schweizer Personalvorsorge mit ihrem wöchentlichen Newsletter bilden neben den Infos des Vorsorgeforums die meist benützten Informationsquellen für die Vorsorgeprofis.

pw. Auf unserer Homepage und im letzten Newsletter haben wir eine Leser-Umfrage zu unseren Informationen gestartet. Dank an all jene, die sich beteiligt haben. Es waren leider nur wenige (total 23). Einige interessante Hinweise haben wir dennoch bekommen.

90 Prozent der Teilnehmer sind beruflich im Bereich berufliche Vorsorge tätig, was zeigt, dass wir uns an eine informierte Leserschaft wenden. Die Hälfte besucht unsere Website wöchentlich mehrfach, allerdings haben nur drei Viertel den Newsletter abonniert. Die Empfänger des Newsletters lesen aber praktisch jede Ausgabe. Für ein knappes Viertel ist er zu umfangreich. Wenn etwas vermisst wird, sind es vor allem Branchen-Infos und Personalien. Englische Texte werden von fast allen als akzeptabel bezeichnet. 80 Prozent geben an, mit Inhalt und Wertung der Kommentare häufig zu übereinstimmen, 15 Prozent selten und 5 Prozent nie.

Bei der generellen Wertung durften wir einige sehr positive und aufmunternde Bemerkungen lesen. Dafür herzlichen Dank.                                                                       aaa.gif?w=1165  Resultate