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433   7.6 .2021        
      
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 KOMMENTAR

Staatlich behütete Versicherte

Die Betriebsrechnungen der fünf Versicherer, welche nach dem Aussteigen der Axa noch die Vollversicherungslösung anbieten, lassen erkennen: Das Vollversicherungsmodell verliert an Boden. Die Nachfrage besteht weiterhin, aber die Versicherer sind noch wählerischer bei der Annahme neuer Kunden geworden. Das Prämienvolumen geht teilweise stark zurück.

Die Nachfrage belegt: das Modell entspricht einem weitverbreiteten Bedürfnis. Viele Unternehmen wollen keine finanziellen Risiken für die berufliche Vorsorge ihrer Mitarbeiter tragen und sind bereit, für diese Absicherung einen Preis zu bezahlen. Es ist bedenklich, dass es immer schwieriger für sie wird, ein passendes Angebot zu finden.

Anders sieht aus Sicht der Versicherten aus. Auch sie müssen sich an den impliziten, nirgends ausgewiesenen Garantiekosten für die Absicherung jeglicher Risiken beteiligen. Und an den hohen Durchführungskosten. Ob das auch in ihrem Sinne ist, wird nicht gefragt.

Zu den Kosten treten die gegenüber autonomen Kassen tieferen Kapitalerträge. Aufgrund des langen Zeithorizonts ist die 2. Säule für risikoreichere Anlagen prädestiniert. Aber die Auflagen der Finma für die Vollversicherung verunmöglichen vollends, dass der Vorteil genutzt werden kann. Das Resultat: höhere Kosten und geringere Leistungen des 3. Beitragszahlers. Eine Lose/Lose-Situation.

Der Interessengegensatz zwischen Unternehmens- und Versicherteninteressen wird kaum thematisiert. Auch auf der politischen Bühne ist er kein Thema. OAK und Finma interessieren sich nur indirekt für die Interessen der Versicherten. Sie sind rein auf den Sicherheitsaspekt fokussiert. Und den Linken fällt zum Thema nichts Gescheitertes ein als der ewige Vorwurf der kapitalistischen Gewinngier der Assekuranz.

Eine Lösung des Interessengegensatzes ist nicht einfach. Beide Seiten – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – haben berechtigte Ansprüche, die im bestehenden System mit dem Vollversicherungsmodell nicht unter einen Hut zu bringen sind. Die herrschenden Kapitalmarktbedingungen und absurden gesetzlichen Vorgaben betreffend Umwandlungssatz und die strikte Regelung der Leistungsgarantie verhindern das zuverlässig.

Ein Ausweg wäre, den Destinatären mehr Freiheit zu geben. Das heisst, die Freiheit, Risiken einzugehen, Verantwortung zu übernehmen und auch die Folgen zu tragen. So könnten die Chancen des Kapitalmarkts nach individuellen Präferenzen genutzt und der Arbeitgeber entlastet werden. Auch wenn es nicht einfach wäre: Mit etwas Fantasie liessen sich dafür Modelle entwickeln.

Natürlich wäre die Forderung für alle Versicherten zu erheben, über das 1e-Modell hinaus. Aber in der Vollversicherung stellt sie sich in besonderem Masse.

*

Hätte so etwas, wenn es denn irgendjemanden interessieren würde, Chancen auf Realisierung? Natürlich nicht. Wenn sich eine Konstante der Politik – nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit – ausmachen lässt, dann der fortlaufende Freiheitsverlust. Die zunehmende Gängelung des Einzelnen durch eine endlos wuchernde Bürokratie und ihrer Profiteure; angetrieben durch einen nimmersatten Gesetzgeber. Den Einzelnen gilt es zu beschützen, vor allem vor sich selbst. Und ganz besonders in der Altersvorsorge. Freiheit und Selbstverantwortung sind da ein scheinbar untragbares Risiko - aus Sicht des Staats.

Peter Wirth, E-Mail

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