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431   10.5.2021        
      
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 KOMMENTAR

Ungerechte Welt

Wann immer Vergleiche der Altersrenten von Frauen und MĂ€nnern publiziert werden, folgen unvermeidlich das Wehklagen ĂŒber die Unterschiede und der Verdacht, wenn nicht die Gewissheit, dass ein Fall von Benachteiligung vorliegt. Und weil fĂŒr die AHV der Vorwurf nicht sticht, bleibt der Schwarzpeter bei der 2. SĂ€ule und den Pensionskassen hĂ€ngen. Neuerdings wieder so geschehen bei der Neurentenstatistik des BFS.

Nach dem Wehklagen und der Empörung kommen die bekannten Forderungen. Sie gehen meist in Richtung eines AHV-Ausbaus, natĂŒrlich bei unverĂ€ndertem Rentenalter 64 fĂŒr Frauen. Und es wird gefordert, dass die Frauen bessere PK-Renten erhalten. Gedacht wird wohl an die Verbesserung der Situation von Teilzeit- und MehrfachbeschĂ€ftigten.

Aber die tieferen Frauenrenten haben ihren Grund weder bei den Pensionskassen noch beim BVG, sondern sind die Folge der tieferen Löhne und UnterbrĂŒchen in der ErwerbstĂ€tigkeit. Das Gesetz ist geschlechtsneutral.

Die Konsequenzen des einst sinnvollen, mittlerweile obsolet gewordenen Koordinationsabzugs sind hinlĂ€nglich bekannt und ausgiebig besprochen. In vielen Kassen wurde er in AbhĂ€ngigkeit des BeschĂ€ftigungsgrads dynamisiert oder ganz abgeschafft. Das auf gesetzlicher Ebene zu tun, ist weitaus schwieriger. Die mittlerweile 36-jĂ€hrige Geschichte des BVG hat zu Strukturen gefĂŒhrt, die nicht einfach zu Ă€ndern sind. Das ist nicht böse Absicht oder mangender Wille. Es ist ganz einfach kompliziert. Die in Fachgremien dazu gefĂŒhrten Diskussionen sind endlos. Die laufende BVG 21 wird zu gewissen Verbesserungen fĂŒhren. Das Problem ganz aus der Welt zu schaffen, wird so nicht gelingen.

Dabei wird ausgeklammert, dass als Zeiterscheinung es vielfach an der Bereitschaft fehlt, einen 100 Prozent-Job auszuĂŒben. Bei Frauen noch mehr als bei MĂ€nnern. Die «Life/Work-Balance» und verĂ€nderte Einstellungen zur Berufsarbeit spielen dabei eine zentrale Rolle. Personalabteilungen können davon ein Lied singen. Der Anteil der TeilzeitbeschĂ€ftigten nimmt seit einigen Jahren sprunghaft zu. Das kann nicht einfach «mit zunehmend prekĂ€ren LebensverhĂ€ltnissen» gleichgesetzt und als Argument fĂŒr politische Forderungen zum Ausbau von Sozialleistungen verwendet werden. Es ist es zu grossen Teilen ein WohlstandsphĂ€nomen. Wenn darunter die Altersvorsorge der Betreffenden leidet, dann soll man es nicht den Pensionskassen pauschal in die Schuhe schieben.

*

Nun kann man weiter an den Stellschrauben und -schrĂ€ubchen des BVG drehen, wie das bei jedem Versuch einer BVG-Revision geschieht, um die Probleme von Teilzeit und MehrfachbeschĂ€ftigung etwas zu entschĂ€rfen. Möglicherweise wĂ€re es gescheiter, fĂŒr die tiefen Einkommen – ab welchem Niveau auch immer – und bei MehrfachbeschĂ€ftigung nach neuen Formen der Vorsorge zu suchen. Eine Versicherung bei der Auffangeinrichtung ist bekanntlich nicht sehr verlockend. Ein Sparprozess Ă€hnlich der SĂ€ule 3a wĂ€re effizienter und ertragreicher. Konzepte und Systeme zur DurchfĂŒhrung dazu lassen sich mit etwas Phantasie leicht ausdenken.

NatĂŒrlich lĂ€sst sich dagegen vieles einwenden, gegen die aktuelle Situation auch. Vielleicht sollten wir uns eingestehen, dass das System «Pensionskasse» nicht fĂŒr alle und jede Vorsorge-Situation passt, und hĂ€ufig genug zu EnttĂ€uschungen und VorwĂŒrfen fĂŒhrt. Man könnte Neues wagen. Seit 1985 hat sich die Welt verĂ€ndert.

Peter Wirth, E-Mail

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