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 KOMMENTAR

Freude herrscht?

Rekordmeldungen allenthalben: Rekordperformance, rekordhohe Deckungsgrade, rekordgeringe Unterdeckungen nach dem Rekordjahr 2019. Aber nach bekanntem helvetischem Muster ertönen sogleich die Warnungen: Es werden auch wieder andere Zeiten kommen. Jetzt bloss keine Begehrlichkeiten wecken. Nun - wir werden schon nicht übermütig. Liegt auch nicht in unserem Naturell.

Von der Ausnahmeperformance werden die Versicherten vor allem indirekt profitieren. In Form grössere Reserven ihrer Kassen und damit einem geringeren Risiko späterer Sanierungsmassnahmen. Die gutgeschriebenen Zinsen auf den Altersguthaben sind weit weg von den erzielten Kapitalrenditen. Selbst die Profond, welche dank hoher Aktienanteile im Portefeuille über 13 Prozent Performance ausweist, verzinst die Altersguthaben nur zu 3,5 Prozent. Die Gründe für die Differenz müssen unseren Lesern nicht weiter erläutert werden. Sie betreffen nicht nur helvetisches Sicherheitsbedürfnis. Die BVK denkt offenbar schon über die nächste UWS-Senkung nach. Rekordjahr hin oder her.

Weit schlechter als bei Firmenkassen sind die Destinatäre in der Vollversicherung dran, wo der Zins kaum über die bundesrätlich verordneten 1 Prozent gehen wird. Hier liegt auch die Performance aufgrund der extrem sicherheitsbetonten Anlagepolitik sehr viel tiefer. Man muss sich die Frage stellen, ob das überhaupt noch zumutbar ist. Die Destinatäre werden zwangsweise in ein enges Korsett gesteckt, das sie massiv benachteiligt. An ihnen gingen die Rekorde kalt vorbei. Aber das Thema interessiert offenbar weder rechts noch links.

Mehr Aufmerksamkeit finden neuerdings schwach finanzierte Kassen mit hohem Rentneranteil. Auch deren Versicherte sind arg benachteiligt und erhalten für ihre Beiträge vergleichsweise tiefe Leistungen. Der gesetzliche Umwandlungssatz und die Leistungsgarantie haben zur Folge, dass die gesprochenen Renten die Aktiven massiv belasten und ihnen nur die Mindestverzinsung zukommt. Konrad Niklewicz macht den Vorschlag einer Lösung auf nationaler Ebene für diese Rentnerbestände, vergleichbar einer Bad Bank, wie sie in der Finanzkrise von 2008 für gefährdete Guthaben der UBS eingerichtet wurde.

Niklewicz greift damit eine Idee auf, welche vergangenes Jahr bereits von Peter Zanella (WTW) lanciert wurde. Auf politischer Ebene wurde bisher das Problem nicht wahrgenommen und weder Verbände noch Gewerkschaften scheinen aktiv werden zu wollen. Auch hier überlässt man die Betroffenen ihrem Schicksal.

*

Dafür findet die Frage, wie in der BVG-Revision die Ausgleichsmassnahmen der UWS-Senkung für die Übergangsgeneration zu finanzieren sind, grösstes Interesse. Die Auseinandersetzung hat sich in den letzten Tagen nochmals verschärft.

Nach der Mittelweg-Allianz mit Detailhändlern, Baumeistern und Banken haben sich nun auch die Versicherungen öffentlich gegen den Rentenzuschlag gemäss Kompromiss und Bundesrat ausgesprochen. Das war nicht unbedingt zu erwarten, würde das Modell ihnen doch klare Vorteile bieten. Da auch die Chemie und der Gewerbeverband das System strikte ablehnen, kann kaum mehr von einem Sozialpartnerkompromiss gesprochen werden. Das hat sich mittlerweile reduziert auf die Gewerkschaften und ausgewählte Branchenverbände.

Der SAV gibt aber nicht klein bei und verteidigt unverdrossen das Modell. Ins Visier genommen hat der Arbeitgeberverband insbesondere den ASIP. SAV-Direktor Müller definiert ihn als «Verband der reichen Pensionskassen». Will der Verband sich damit neu als Anwalt der Geknechteten und Zukurzgekommenen profilieren? Soweit wir sehen, ist dieser auf der politischen Bühne sehr begehrte Part bereits mehrfach besetzt.

Den Gegnern des Zuschlags wird mangelndes soziales Verantwortungsgefühl vorgeworfen und das Ende der beruflichen Vorsorge prophezeit, sollte der Kompromiss scheitern. Das tönt nach linkem Alarmismus und ist nicht unbedingt zum Nennwert zu nehmen. Vielleicht wäre es nicht völlig falsch, die «reine Lehre» der Kapitaldeckung etwas mehr in Ehren zu halten. Oder wenigstens das, was davon noch übriggeblieben ist.

Peter Wirth, E-Mail


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