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373   17.12.2018        
      
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 KOMMENTAR

 

Interessante Zeiten

Jahresende, Zeit für die obligaten Rück- und Ausblicke. Die erhöhte Position auf der zweiten Säule erlaubt einen fokussierten Blick in einen zwar kleinen und doch für uns wichtigen Teil des Weltgeschehens.

Wohl und Wehe hängt hier wesentlichen vom Geschehen an den Kapitalmärkten ab. Und da zeigt sich der Himmel nach Jahren voll Sonnenschein leicht bedeckt. Die Performance wird im Schnitt im Minus landen, absehbar zwischen minus 1 und 2 Prozent. Kein Beinbruch nach all den guten Jahren. Doch wie wird es weitergehen? Die Konjunktur schwächt sich ab und den Zentralbanken fehlen die Mittel für Stimmulierungsmassnahmen. Das Pulver in Form von Tiefst- und Negativzinsen wurde in den Jahren der Hochkonjunktur verschossen.

Was waren die herausragenden Ereignisse in der Branche? Zu nennen ist der Ausstieg der Axa aus der Vollversicherung. Kalt durchgerechnet und angeordnet aus der Pariser Zentrale. Gilets Jaunes hat das nicht auf die Strasse getrieben, aber mit aller Deutlichkeit gezeigt, wohin die Verpolitisierung der beruflichen Vorsorge hinführt. War das Anlass für ein grundsätzliches Umdenken? Ist bloss eine Frage. Nein, natürlich nicht.

Der Ständerat hat in mittlerweile bekannter Hinterzimmermanier einen angeblich genialen AHV/Steuer-Deal aufgegleist, mit dem die Steuerreform schmackhaft gemacht werden soll. Mit so genannten Kompensationsbeiträgen in Höhe der Steuerausfälle. Die Konstruktion ist absolut schwindelerregend, wird aber offenbar von einer Mehrheit goutiert. Aktuell laufen die Sammelaktionen für ein Referendum. Ob die notwendigen Stimmen zusammenkommen, scheint fraglich.

Damit wird gleichzeitig für die AHV- und BVG-Reform vorgespurt. Mit dem in die AHV neu einzuschiessenden Geld sei das Rentenalter 65 für Frauen vom Tisch, jubeln die Progressiven, die ihre Probleme gerne durch Regulierung und die staatliche Umverteilungsmaschine lösen wollen. Dass am Schluss die Rechnung wieder bei ihnen landet, ist ihnen allerdings noch nicht aufgefallen. Das erleichtert ihren politischen Vertretern das Leben ganz ungemein und gibt Anlass zu unablässig neuen Versprechungen und Hoffnungen. Ein Ende ist nicht abzusehen. Zum Glück versenkt das Volk die meisten dieser Frivolitäten an der Urne.

Interessanten Lesestoff hat uns der Asip beschert, mit Informationen zur wirtschaftlichen Bedeutung der Pensionskassen und zwei Grundlagenpapieren, welche aus höchst unterschiedlichen Perspektiven das Funktionieren der beruflichen Vorsorge beleuchten. Die eine, erarbeitet bei der c-alm, sieht sie als Teil der Sozialversicherung, ausgerüstet mit weitgehenden Garantien. Die zweite, erstellt von den Profs. Zimmermann aus Sicht des Kapitalmarkts und seinen Imponderabilien. Die Sympathie des Asip gehört klar dem Sozialversicherungs-Narrativ der c-alm; der Verband liegt damit auf der Linie des linksorientierten Mainstreams. Dem Verband ist zugutezuhalten, dass er die Grundlagen für eine wichtige und hochinteressante Diskussion geliefert hat. Durch seine einseitige Parteinahme hat er sie aber auch gleich wieder beendet. Sehr schade.

Die Argumente des Ehepaars Zimmermann sind damit nicht vom Tisch und schon gar nicht widerlegt. Die Verknüpfung sozialer resp. finanzieller Garantien mit einem grundsätzlich chaotisch funktionierenden Kapitalmarkt ist nur unter Inkaufnahme von Effizienzverlusten und hohen Garantiekosten möglich. Zumindest das sollte transparent gemacht und darf nicht einfach unter den Teppich gekehrt werden.

Zu den bemerkenswerten Entscheiden des abgelaufenen Jahres gehört jener des Bundesrats, die Sozialpartner zur Entwicklung gemeinsamer Ideen für die BVG-Revision aufzufordern. Bis im Mai kommenden Jahres sollen die Ergebnisse vorliegen. Wie gross sind die Chancen, dass dabei Substanzielles zustande kommt? Nicht wahnsinnig gross. Das lassen auch die Aussagen zweier massgeblicher Stimmen von rechts und links in der aktuellen Ausgabe der Schweizer Personalvorsorge vermuten. Während Martin Kaiser (Arbeitgeber) auf die absehbaren Probleme der AHV verweist und ein höheres Rentenalter als unvermeidlich bezeichnet, klagt Daniel Lampart (Gewerkschaftsbund) über die rückläufigen Renten in der 2. Säule und stellt sich vehement gegen ein höheres Rentenalter. Warum? Ganz einfach, weil das die Leute nicht wünschen. Das ist Populismus in Reinkultur. Wo sich die Kontrahenten treffen wollen, ist schwer vorstellbar.

Was hat Lampart zu den PK-Leistungen zu sagen? Sie sinken markant und gemäss seiner Einsicht wegen der tieferen Verzinsung und der sinkenden Umwandlungssätze. Das ist als Analyse ungenügend.

Die tiefen Umwandlungssätze sind bedingt durch die biometrische Entwicklung mit einer laufend höheren Lebenserwartung am Leistungsbeginn sowie die Kapitalmarktverhältnisse bei weitgehender Preisstabilität. Sie sind damit eher Symptom als Ursache. Eine tiefere Rente bei längerer Bezugsdauer stellt auch keine Leistungseinbusse dar. Zu berücksichtigen ist auch die herrschende Null-Inflation, auch wenn deren Ende seit Jahren vorausgesagt wird.

Bemerkenswert ist zudem, dass die guten aber keineswegs übertrieben hohen Deckungsgrade trotz der sinkenden Umwandlungssätze ausgewiesen werden können. Das ist nicht gratis zu haben. Und dass damit die Leistungssicherheit der 2. Säule markant verstärkt werden konnte, sollte vielleicht auch eine Bemerkung wert sein.

Peter Wirth, E-Mail

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