Copy
Charakterideen, Kommunikationsmittel und "Was war los 1632"?
View this email in your browser

Die kriegerischen Ereignisse 1632

Liebe Dohlen-Spielerinnen und Spieler,

langsam aber sicher sollten die Meisten von euch eine Vorschlag unsererseits bezüglich eures Charakterkonzeptes bekommen haben. Sollte das nicht so sein: Nicht verzagen, am nächsten Wochenende haben wir wieder SL Treffen und da werden wir wieder mit Hochdruck dran arbeiten. Falls ihr schon ein Konzept habt aber euch noch nicht gemeldet habt ob ihr damit einverstanden seid, wäre jetzt die Zeit hierzu eine eindeutige Aussage zu machen. Am Besten bis Donnerstagabend!
Wir haben euch nun auch alle der Facebook-Gruppe für Run 2 zugefügt. Oder nicht?! Dann jetzt bitte melden.
So, und das war es auch schon mit den Orga-Infos...es geht weiter mit Substanz:

Das Spiel „Die weiße Dohle - Flucht und Verrat“ auf Schloss Veldenz, spielt Ende September 1632, einem ereignisreichen Kriegsjahr mit „Höhepunkten“ wie der Schlacht bei Breitenfeld, der Schlacht bei Rain am Lech und der Schlacht an der Alten Veste. Wir lehnen das Spiel zwar an die Historie an, wo es uns aber ins Spielkonzept passt, werden wir im Zweifelsfall auch von historischen Fakten abweichen. Über Landstriche außerhalb des derzeitigen Kriegsfokus ist häufig wenig bekannt, und dies machen wir uns für unser Spiel zu Nutze.  

Die Ereignisse rund um das Schloss Veldenz im Jahre 1632 waren vielseitig. Zum einen zog seit einigen Jahren das schwedische Heer durch das schon lange gebeutelte  Kaiserreich und zum anderen fielen immer wieder spanische und französische Truppen ein und besetzen Städte und Land. Überall gab es verbrannte Erde und die Gegenden die bisher unbeschadet davon gekommen waren, fürchteten jeden Tag in die Fängen des Krieges zu geraten. Neben den großen Kriegsschauplätzen, mit zehntausenden Beteiligten, gab es auch immer wieder kleine Scharmützel und versprengte Truppenbewegungen. 
Für die Söldner und Soldaten war es egal wo sie sich befanden oder welcher Armee sie angehörten, sie nahmen sich was die Bevölkerung hergab. Das war die Bezahlung, die sie für ihre Arbeit bekamen. 
 
Die Folge dieser brutalen Finanzierungsmethode ist unendliches Leid. Die Bevölkerungszahl der Deutschen ging um ein Drittel zurück und erst im 18. Jahrhundert erreicht Deutschland wieder den Bevölkerungsstand von 1618. Deutschland verödete so sehr, das in manchen Regionen die bäuerliche Bevölkerung praktisch ausstarb. Allerdings waren nicht alle Regionen gleich betroffen. Besonders traf es die Regionen, durch die die Armeen zogen, wie zum Beispiel Norddeutschland, Niedersachsen, Mitteldeutschland, das Gebiet des heutigen Hessen und Bayern. Es gibt aber auch Gebiete an der Peripherie, wie Österreich oder auch Hamburg, die verschont bleiben. 

Im Wesentlichen standen sich folgende Konfliktparteien gegenüber: 

  • Kaiserliche Truppen, Österreich, Spanien (Katholiken) 

gegen 

  • Schweden, Franzosen, Niederlande, Dänemark (Protestanten) 

Viele Soldaten desertierten allerdings, oder Seuchen, Hunger, Verletzungen und Erschöpfung forderten ihren Tribut. Zusätzlich fand man Söldner aller Nationalitäten auf beiden Seiten. Das Leben im Feldlager war mörderisch und unerbittlich. Die Chance, eine Verwundung z.B. durch die unförmigen Kugeln zu überleben war gering. Die Knochensägen und Bohrer der Feldärzte verfügten über hohes Gruselpotenzial und im Hintergrund dröhnen ständig die Kanonen. Ein Drittel ihrer Stärke verlor eine Armee pro Jahr schon, wenn sie keine Schlachten schlug.

Kleine Zusammenfassung relevanter Ereignisse: 

  • Im Juli 1630 führt Gustav Adolf von Schweden seine Truppen in den Krieg und erhebt Ansprüche auf Nordosteuropa.  

  • Die Kaiserliche Truppen werden von Johann T’Serclaes von Tilly angeführt und treffen im September 1631 auf das schwedische Herr. 

  • Am 15. April 1632 wurde Tilly bei Rain am Lech verwundet und zog sich nach Ingolstadt zurück. Dort verstarb er am 30. April an seiner Verwundung. Der 1630 abgesetzte Wallenstein wurde am 16. April zum neuen Feldherrn der Kaiserlichen Truppen ernannt. 

  • Von Juli bis September 1632 belagerte er Gustav Adolfs Söldner bei Nürnberg – dies gipfelte in der Schlacht an der Alten Veste im September 1632. 

Schlacht bei Breitenfeld 1631: 
Am 17. September 1631 trafen die Schweden bei Breitenfeld nördlich von Leipzig auf die kaiserlichen Truppen unter Tilly, der noch kurz zuvor die Stadt Magdeburg dem Erdboden gleichgemacht hatte (Magdeburger Hochzeit). Tilly wurde vernichtend geschlagen und konnte den Vormarsch der Schweden in Süddeutschland nicht aufhalten. 
Die 40.000 Männer des kaiserlichen Heers trafen auf die 47.000 Männer starken schwedischen Truppen. Gustav Adolf hatte zusätzlich auch mehr Geschütze und konnte durch seine Taktik gewinnen.  

Februar 1632: 
Der Herzogs von Orléans zerschlug zusammen mit französischen Truppen die spanischen Hilfstruppen bei Veldenz und  stürmte dann die Stadt Kirchberg im Hunsrück. 

April 1632:  
Die Festung Ehrenbreitstein bei Koblenz wird durch französische Truppen besetzt. 

Schlacht bei Rain am Lech 1632: 
vom 14./15. April 1632 war eine bedeutende Schlacht des Dreißigjährigen Krieges bei Rain. 

Die Truppen unter König Gustav II. Adolf von Schweden hatten Nürnberg und dann Donauwörth eingenommen. Nun waren sie im Begriff, gegen Ingolstadt zu ziehen. Generalfeldmarschall Graf von Tilly wollte dies verhindern, indem er sie mit dem quantitativ unterlegenen bayerischen Heer am Flussübergang über den Lech bei Rain aufhielt. 

Nach zwei Tagen des Dauerfeuers auf beiden Seiten des Flusses gelang den Schweden etwas weiter südlich der Übergang, worauf Tilly zu spät reagierte/reagieren konnte. Bei den weiteren Kampfhandlungen wurde Tilly von einer Falkonett Kugel in den rechten Oberschenkel getroffen, die diesen dabei völlig zertrümmerte. 

Der bayerische Kurfürst Maximilian I. befahl den Rückzug nach Ingolstadt, wo Graf von Tilly am 30. April 1632 seiner Verletzung erlag. Es gelang Gustav II. Adolf nicht, Ingolstadt zu erobern. 

Schlacht an der Alten Veste 1632: 

Wallenstein stellte sich zunächst den Schweden bei Nürnberg in den Weg, nachdem er schon vorher die Sachsen aus Böhmen vertrieben hatte. Von Juli bis September 1632 standen sich Gustav Adolfs Söldner bei Nürnberg und Wallensteins Söldner bei der Burgruine Alte Veste in Zirndorf, nahe der Nachbarstadt Fürth, direkt gegenüber. Wallenstein hatte dort im Westen von Nürnberg ein riesiges Feldlager für über 50.000 Landsknechte nebst Tross aufbauen lassen. 

Der zweimonatige Stellungskrieg verwüstete die Region um Nürnberg und löste in der durch Flüchtlinge und Soldaten überfüllten Stadt durch Hunger und Seuchen ein Massensterben aus. Der Höhenzug rund um die Alte Veste wurde dann im September 1632 für einige Tage Schauplatz einer verheerenden Schlacht zwischen den kaisertreuen katholischen Truppen unter Wallenstein und den schwedischen Truppen unter König Gustav II. Adolf (Schlacht an der Alten Veste): 

Die schwedischen Truppen, die in Nürnberg lagerten, griffen die Stellungen der katholischen Liga in Zirndorf und Umgebung aus dem Osten an. Nach zwei Tagen schweren Gefechts und Tausenden von Toten auf beiden Seiten wurde die Schlacht durch die Schweden abgebrochen. Nach Ansicht der Historiker hat Wallenstein in der Schlacht die Oberhand behalten, da die bislang siegreichen Schweden sie nicht gewinnen konnten und schließlich aufgaben. Von den dortigen blutigen Gefechten geschwächt, räumten die Schweden das Feld. Damit wurde der letzte Kampf des Schwedenkönigs wieder in Sachsen ausgefochten. (Quelle: Wikipedia) 

Veldenz im September 1632: 

Der Hauptschauplatz des Kriegs ist zwar weitergezogen, dennoch finden sich im ganzen Land versprengte Soldatentrupps beider Seiten, sowie Söldner oder marodierende Trupps unklarer Loyalität. Kleinere Schlachten werden geschlagen, Anspruch auf diesen oder jenen Landstrich erhoben, Nester von niedergelassenen Soldatengruppen ausgehoben. Söldner und Soldaten fordern weiterhin Nahrung, Kleidung, Pferde und Kriegsbeute. Und jüngst gibt es wieder Gerüchte um ein schwedisches Heer, das sehr nah an Veldenz vorbei ziehen könnte, wenn es denn über die Mosel übersetzt… 

Natürlich kennen nicht alle Charaktere diese Ereignisse, und schon gar nicht im Detail. Viele wissen auch nur, dass Krieg ist, dass man sich vor jeder Art von Soldat oder Söldner tunlichst in Acht nimmt, egal ob er nominell auf der eigenen Seite steht, und dass Überleben wohl oder übel Opfer fordert. Ihr könnt also frei wählen, was Eurem Charakter bekannt ist, und was nicht. Gerüchte kann es aber natürlich zu Hauf geben, und in jede Richtung. Die halten sich ja in den seltensten Fällen mit Fakten auf... 

Das war es erst einmal wieder von unserer Seite - wir freuen uns auf euch! Genießt den Sommer und habt Spaß!
Martina und Tina

Willkommen im Dreißigjährigen Krieg

Grabschrift General Wallensteins  

  Hier liegt das große Haupt, so itzt wird ausgelacht;  

Viel wissen mehr von mir, als ich jemals gedacht.  

Doch wußt ich, daß ein Stein nicht leicht ein Stern kann werden,  

Ein Stein, wie hoch er steigt, fällt endlich zu der Erden.  

  

Christian Hofmann von Hofmannswaldau (1617-1679)  
 

Copyright © 2016 Erlebnisreich e.V. All rights reserved.

Unsere Kontaktadresse lautet:
orga@dieweissedohle.de

Möchtest du den Newsletter-Empfang ändern oder beenden?
Du kannst hier deine Einstellungen bearbeiten oder hier den Newsletter abbestellen.
 






This email was sent to <<Email Address>>
why did I get this?    unsubscribe from this list    update subscription preferences
Die weiße Dohle LARP · Heerstraße 45 · Partenheim 55288 · Germany

Email Marketing Powered by Mailchimp