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Wir füllen das Sommerloch mit ein paar Vorab-Infos zum Spiel und Mechaniken...weitere gute Nachricht: Die Küchencrew steht!
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Spielvision die weiße Dohle

Liebe Dohlen-Spielerinnen und -Spieler,

Dieser Newsletter soll euch vertraut machen mit der Art, wie wir uns das Spiel „Die weiße Dohle“ vorstellen. Vieles davon wurde in vorherigen Texten bereits erläutert, einiges ist neu. Es ist uns wichtig, dass niemand auf das Spiel kommt und durch falsche Erwartungen enttäuscht wird. 
 

Horror ist was ihr daraus macht
Das Spiel ist angekündigt als History-Horror-Larp. Was heißt das, und was heißt es nicht?
Wir haben Charaktere kreiert, in denen schon einiges an Horror-Potential angelegt ist. Einige von euch werden das deutlich herauslesen können, andere nicht. Auf jeden Fall ist jeder Charakter Teil des großen Ganzen und Teil einer Geschichte, die von den Schrecken des Kriegs, von Aberglauben, religiösem Eifer und Mystik geprägt ist. Viel von der Atmosphäre, die wir erreichen wollen, hängt also auch davon ab, wie ihr sie darstellt, wie ihr mit den Gegebenheiten und miteinander umgeht, und wie der Krieg, das Leid und die Angst euer Leben prägt. Es gibt in diesem Spiel keine „Guten“. Jeder trägt sein Päckchen. Jeder versucht einfach nur, zu überleben. Die anderen können dabei hilfreich sein, oder hinderlich. Vielleicht wollt ihr gottgefällig leben, und das bedeutet, Ketzer oder Hexen hinzuhängen. Vielleicht habt ihr alles verloren, und euer Überleben hängt davon ab, das gleiche jemand anderem zuzufügen. Die größten Feinde sind nicht nur die Soldaten, die irgendwann über das Land herfallen könnten, die größten Feinde könnten auch die Personen neben euch sein, die eine bessere Überlebenschance darin sehen, euch hinzuhängen. Vertrauen ist rar gesät in dieser Zeit, und auch Zweckgemeinschaften sind nur solange interessant, wie sich keine bessere Option bietet.
 

Aber, aber – wir müssen doch den Plot lösen?
Selbstverständlich sorgen wir auch für Plot, für Aufgaben, die es zu lösen gibt und Ereignisse, die es zu erreichen – oder zu verhindern gilt. Aber das soll nicht der Kern dieses Spiels sein. Ziel ist es nicht, am Montagnachmittag die klassische „Wir müssen uns jetzt alle zusammen raufen“-Versammlung abzuhalten, um gemeinsam endlich an einem Strang zu ziehen, und in der Endschlacht die bösen Soldatenhorden zurückzuschlagen. Vielmehr ist „der Plot“ für jeden Charakter etwas anderes. Manche von euch interessiert es vielleicht nicht die Bohne, ob irgendwo im Wald vor 100 Jahren mal ein Landsknecht eines grausamen Todes gestorben ist. Manchen von euch ist es völlig egal, ob der Burgherr nachts kleine Kinder aus den umliegenden Dörfern verspeist – Hauptsache er gewährt euch Unterschlupf. (Diese Beispiele sind natürlich völlig frei erfunden….ehrlich…)
 Damit kann es auch passieren, dass eure Charaktere völlig unterschiedliche Interessen haben. Während ihr den Landsknechtgeist vielleicht erlösen wollt, will ihn jemand anderes vielleicht für seine Zwecke missbrauchen und kontrollieren. Während ihr dem Burgherrn das Handwerk legen wollt, hat jemand anderes vielleicht auch Hunger…
 Aus diesem Grund ist es uns wichtig zu betonen, dass der „Erfolg“ dieses Spiels sich nicht in der zufriedenstellenden Lösung aller Plots ermessen lässt. Vielmehr möchten wir mit euch eine spannende, gruselige, rührende, grausame und tragische Geschichte erschaffen, und es kann durchaus sein, dass euer Part in der Geschichte der des spektakulär Scheiternden ist (was nicht heißen soll, dass das vorbelegt ist – euer Erfolg/Misserfolg ist von uns nicht vorgeplant). Wir wünschen uns, dass auch das Scheitern, so es denn zu unserer Geschichte beiträgt, von euch als Erfolg gewertet wird. Was natürlich nicht heißt, dass ihr euch nicht mit Händen und Füßen gegen dieses Scheitern wehren dürft…
All dies wird auch in den Workshops am Samstag nochmal im Detail besprochen, und ihr habt noch Zeit, um hierzu auch Fragen zu stellen. Aber es ist uns wichtig, das auch im Vorfeld schon zu kommunizieren. 
 

Und jetzt noch ein spezieller Spielmechanismus
Die Charaktervergabe ist nun größtenteils abgeschlossen. In vielen dieser Charaktere wird explizit erwähnt werden, ob sie lesen können oder nicht. Bei manchen Charakteren wird es so sein, dass sie evtl. auf Grund ihrer Position oder ihrer Herkunft doch lesen können sollten, wir aber Gründe hereingeschrieben haben warum dies nicht so ist. Das hat einen ganz einfachen Grund: Wir sind eine sehr limitierte Anzahl an Menschen und unsere Überlegung ist, dass wir damit spielen wollen, dass die wenigsten Menschen tatsächlich (gut) lesen konnten. Lesen bekommt bei uns so einen sehr hohen, raren Stellenwert. Wir wollen Spiel dadurch erzeugen, dass jemand sich einen erhaltenen Brief vorlesen lassen muss, oder eine Nachricht, die sie versenden möchte, einem anderen diktieren. Es gibt eine Spielmechanik, die dafür sorgt, dass diejenigen, die nicht lesen können, Texte auch tatsächlich nicht entziffern können. Wir werden das in den Workshops am Samstag erläutern. Allerdings heißt das auch, dass ihr Texte, Briefe, Urkunden etc., die ihr euch vielleicht für eure Charaktere ausdenken wollt und selbst mitbringen, bitte mit uns absprecht.
 
In freudiger Erwartung,
Eure Dohlen-SL
Martina und Tina

Willkommen im Dreißigjährigen Krieg

Manchmal ist die Hygiene nicht Kriegs- aber zumindest Schlacht-entscheiden: 

1618/19 verlor das böhmische Heer im Winter vor Budweis zwei Drittel seines Bestands durch Krankheiten. 

1625 wütete im Heer des Dänenkönigs Christian IV. die Rote Ruhr.  

1631 erlitten die an der Oder stationierten Schotten durch Pest und Typhus wöchentlich 200 Mann Verluste. Im selben Jahr klagte der Statthalter des von Spanien besetzten Mailand, die Bevölkerung sei durch eine Pestepidemie so dezimiert, dass es unmöglich sei, Söldner anzuwerben.  

1633 ruinierte die Pest den Feldzug Holks in Sachsen und raffte den Feldherrn selbst dahin.  

1634/35 hinterließen spanische Truppen in München eine Seuche, die in vier Monaten 10.000 Todesopfer forderte.  

1638 wurde aus Prag gemeldet, dass "die Pestilenz und andere giftige Schwachheiten heftig zu grassieren angefangen".  

1644 floh das Kaiserpaar vor der Pest und der Roten Ruhr aus Wien.  

Wallensteins körperlicher Verfall ist nachweislich auf Ansteckung mit der Syphilis zurückzuführen…Also: Hände waschen nicht vergessen und vielleicht nicht jede umarmen, die vor sich hin prustet! 

 

  • Klaus Koniarek: Flöhe, Wanzen, Läuse und die Pest oder Hygiene im 17. Jahrhundert 

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Die weiße Dohle LARP · Heerstraße 45 · Partenheim 55288 · Germany

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