08.12.2016
Fitness-Check der Naturrichtlinien: Keine Überarbeitung der Richtlinien vorgesehen - Entwicklung eines Umsetzungsaktionsplans
Am 7. Dezember 2016 bestätigten die EU-Kommissare die nächsten Schritte des ‘Fitness-Checks’ der Vogel- und Habitat-Richtlinien.
Bislang war im Rahmen des ausführlichen Konsultationsprozess der Bedarf nach einer besseren Umsetzung der Richtlinien, sowie einer stärkeren Finanzierung des Naturschutzes und einer vollständigen Bekämpfung der Triebkräfte für den Biodiversitätsverlust im ländlichen Raum deutlich  geworden.
 
Auf der Grundlage der heutigen Debatte wird die Europäische Kommission einen Aktionsplan für eine verbesserte Umsetzung der Vogel- und Habitat-Richtlinien ausarbeiten, der verschiedene Maßnahmen enthalten soll. So sollen zusätzliche Leitfäden geschaffen, der Dialog optimiert sowie Finanzmittel zur Bewältigung der durch die Umsetzung entstehenden Herausforderungen und Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Vornahme notwendiger Korrekturmaßnahmen geschaffen werden.

FACE hatte an sämtlichen Phasen des Konsultationsprozesses mitgewirkt und wird auch weiterhin auf die Europäische Kommission im Sinne einer effektiveren Umsetzung der Richtlinien einwirken.  Hierzu sollte auch eine stärkere Anerkennung der nachhaltigen Nutzung wild lebender Tiere als positive Basis für den Naturschutz gehören, wie es auch im Wortlaut der Richtlinien selbst steht. FACE nimmt zu dem Fitness Check der Naturrichtlinien über folgende Punkte Stellung.
Die Naturrichtlinien sind geeignete Instrumente für die Erhaltung wild lebender Tiere und ihrer Bewirtschaftung, einschließlich ihrer nachhaltigen Nutzung. Ihre Umsetzung soll anhand wissenschaftlicher Grundsätze und solider Fakten erfolgen.
  • Nach dem Grundsatz der Subsidiarität, sollten Mitgliedstaaten mehr Flexibilität bei der Bewirtschaftung von Großraubtieren zwecks Erzielung einer breiteren Akzeptanz auf ländlicher/lokaler Ebene für diese Arten erhalten, um die Ziele der Richtlinie zu erreichen.
  • Überprüfung der Anwendung von Artikel 9§1c (der Vogelrichtlinie) für eine naturverträgliche, in geringem Umfang betriebene Jagd im Einklang mit den kulturellen Erfordernissen der EU-Bürger zur Konfliktreduzierung und im Sinne einer breiteren Akzeptanz auf ländlicher/lokaler Ebene für reichlich vorhandene Arten.
  • Stärkere Betonung auf die Erhaltung von Habitaten insbesondere außerhalb von Schutzgebieten und Fokus auf Maßnahmen für Arten, welche einen besonders schlechten Zustand im Vergleich zu charismatischeren Arten aufweisen. Es muss mehr zur Vermeidung struktureller Zwänge für die Biodiversität getan werden, welche von der maßgeblichen EU-Politik ausgehen.
  • Bewirtschaftungspläne für Natura 2000-Schutzgebiete sollten zielgerichteter sein und sich das Wissen, die Erfahrung und Motivation der Jäger für die Naturerhaltung zunutze machen.
FACE wird auch weiterhin gegenüber der EU für eine stärkere Anerkennung der Jäger und ihrer Rolle zur Erfüllung der Umweltziele plädieren. FACE ruft ebenfalls zu einem größeren Verständnis der Bedeutung der Jagd für 7 Millionen Europäer und einer besseren Anerkennung ihrer Rolle bei der Erfüllung der strategischen Ziele der Richtlinien auf.
 

Die Stellungnahme von FACE Statement zum Fitness Check ist nachzulesen unter
Den Evaluierungsbericht  zum Fitness Check finden Sie unter



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