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Newsletter im Browser anzeigen | Ausgabe 13  – November 2020

Strukturanalyse der Geschäftsmieten

Der Bundesrat hat am 7. Oktober 2020 den Monitoringbericht zur Situation der Geschäftsmieten infolge der Covid-19-Pandemie vorgelegt. Das Monitoring enthält eine Analyse von Wüest Partner, die aufzeigt, in welchem Umfang die Geschäftsmieten als direkte Folge der vom Bund getroffenen Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus betroffen sind.

Wüest Partner schätzt, dass knapp 27% des gesamten Mietvolumens und 29% der Mietverträge von den Massnahmen des Bundes betroffen sind. Wenn diese relative Betroffenheit mit dem Gesamtmarkt multipliziert wird, ergeben sich die folgenden Haupterkenntnisse: Jeden Monat sind in der Schweiz Nettomietzinsen von etwas mehr als 530 Millionen Franken für den Betrieb von knapp 113’000 Geschäftsflächen fällig, deren Betrieb als direkte Folge der Covid-19-Verordnung 2 zwischen dem 17. März und dem 26. April 2020 direkt eingeschränkt worden ist.

Die nachfolgende Grafik zeigt, wie sich die betroffenen Mieten mit jedem Tag der Einschränkungen aufsummieren (blaue Fläche, rechte Skala). Die Linien zeigen den Verlauf des prozentualen Anteils der betroffenen Mieten, Mietverträge, Arbeitsstätten und Beschäftigten (linke Skala); diese Anteile gingen besonders am 11. Mai 2020 signifikant zurück. Bis Ende Juli 2020 stieg der Betrag der betroffenen Mieten auf insgesamt 1.15 Milliarden Franken, was aufgeteilt auf die 137 Tage im Durchschnitt 8.4 Millionen Franken pro Tag ausmachte.

Detaillierte Ergebnisse finden Sie in unserem Blogbeitrag oder in der Studie «Geschäftsmieten Strukturanalyse».
Wird die Covid-19-Pandemie Architektur und Design nachhaltig verändern?

Aufgrund der vollzogenen Massnahmen in Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie am Anfang diesen Jahres wurden viele Menschen mit einer Umkehrung des öffentlichen und privaten Raums konfrontiert. Auch wenn vieles eine Zeit lang wieder seinen «normalen» Weg ging und zwischendurch die «Corona-Beschränkungen» sichtlich reduziert wurden, ist den meisten Menschen bewusst, dass sich (räumlich) vermutlich dauerhaft gewisse Dinge ändern werden. Die wenigsten Menschen wünschen sich, langfristig zu Hause auf kleinstem Raum zu leben und den halb-öffentlichen bzw. öffentlichen Raum (fast) nicht mehr nutzen zu können. Nicht zum ersten Mal bewegen äussere Umstände Entwürfe und Projekte in der Architektur und Innenarchitektur.
 
So waren beispielsweise in den letzten beiden Jahrzehnten im Bereich Wohnen vor allem offene Grundrisse mit fliessenden Räumen gewünscht (auch, wenn dies nicht überall umgesetzt werden konnte). Von der Eingangstür kann mehr oder weniger direkt das Schlafzimmer betreten werden. Trennwände zwischen Eingang, Flur, Küche und Wohnzimmer sind reduziert worden und teilweise nicht mehr vorhanden. Oft ist sogar der Schlafzimmerbereich nur mit einer grossen Schiebetür von den restlichen Räumen getrennt.
 
Zukünftig wird von vielen Architekten eine Umkehr zur Möglichkeit von stark räumlich und akustisch trennbaren Flächen prophezeit. Grundsätzlich werden Wohnungen vermutlich wieder deutlicher in «halb-privat» und «privat» getrennt. In Zeiten von Covid-19 ist sowohl zu Hause als auch im Büro kein fliessender Übergang mehr zwischen draussen und drinnen gefragt. Im eigenen Zuhause werden als Übergang von draussen nach drinnen inzwischen eine Art Ganzkörper-Desinfektionsschleusen, wo man Kleidung und Schuhe und andere verunreinigte Gegenstände stehen lassen kann, gewünscht. In anderen Kulturen wie z.B. in Japan ist eine solche Übergangszone bereits lange Konzept.
 
Detaillierte Einschätzungen sowie weitere Beispiele für aktuelle Gestaltungstrends bei Büroflächen und öffentlichen Räumen finden Sie in unserem Blogbeitrag.
Umfrageergebnisse zum Thema «Homeoffice»

Auch wenn die Möglichkeit, von zu Hause aus arbeiten zu können, schon seit Längerem besteht, spielte Homeoffice hierzulande bislang eine eher untergeordnete Rolle: In den letzten ein bis zwei Jahren wurden in den klassischen Bürobranchen, die für die Heimarbeit am besten geeignet sind, nur schätzungsweise 8 bis 12 Prozent der Arbeitszeit «remote» geleistet. Das Jahr 2020 dürfte dem Thema rund um das mobile Arbeiten einen Aufschwung verleihen: 44 Prozent der befragten Unternehmen erwarten bei ihren Mitarbeitenden eine Ausweitung der Heimarbeit (Abbildung unten). Konkret rechnen die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in den nächsten 2 Jahren mit einem Anstieg des Homeoffices in den Bürojobs auf 25 bis 30 Prozent des Arbeitspensums. Dies ergab der Wüest-Partner-«Büroflächen-Barometer», eine Umfrage bei rund 500 Unternehmen, die im Juni 2020 schweizweit durchgeführt wurde. Doch wie stehen die Arbeitnehmenden selbst eigentlich zum Thema mobiles Arbeiten?
 
Im Juli 2020 führte Wüest Partner eine weitere Umfrage durch, die sich an rund 1000 Privathaushalte schweizweit richtete. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass sich fast drei Viertel der Büroangestellten in Zukunft mehr Homeoffice im Arbeitsalltag wünschen. Der Anteil sollte laut den Befragten im besten Fall durchschnittlich 30 bis 35 Prozent des Arbeitspensums betragen, womit die Erwartungen der Arbeitgebenden und die Wunschvorstellungen der Arbeitnehmenden dicht beieinander liegen. Die Umfrage förderte ausserdem zutage, dass sich die Ausweitung der Heimarbeit auch auf die Bedürfnisse in Bezug auf den «neuen Wohn- und Arbeitsort» auswirken. So hat jüngst die Zufriedenheit mit der eigenen Wohnung abgenommen, und neue Wohnqualitäten gewinnen an Bedeutung.
 
Den gesamten Beitrag zum Thema «Homeoffice» finden Sie in der aktuellen Herbstausgabe des Immo-Monitorings 2021. 
Erweiterung des Partnerkreises

Ab dem 01.01.2021 darf Wüest Partner eine neue Partnerin und zwei neue Partner in ihrem Kreis willkommen heissen:
  • Julia Selberherr (Dr.sc.ETH Dipl.Ing. Bauingenieurin; Wüest Partner Zürich),
  • Daniel Meister (Master of Science ETH Physik; Datahouse AG) und
  • Andreas Pörschke (Chartered Surveyor MRICS, Diplom-Kaufmann; Wüest Partner Deutschland)
werden den bestehenden Partnerkreis ergänzen.
Wir wünschen ihnen viel Erfolg und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.
 
Wüest Webcast

Die Präsentation des Immo-Monitoring Events vom 22.Oktober 2020 wurde dieses Jahr in digitaler Form durchgeführt. In Form von informativen Fachbeiträgen gaben Experten einen Überblick über die aktuellen Trends und Entwicklungen. Die Aufzeichnung des Livestreams steht jetzt auf Wüest Webcast zur Verfügung.
Immo-Monitoring 2021 I 1

Die neue Ausgabe des Immo-Monitorings beinhaltet unsere aktuellen Einschätzungen zur Entwicklung der Immobilienmärkte und einen Ausblick auf das kommende Jahr. Daneben umfasst die Publikation Analysen zu neuen Anforderungen an die Wohn-und Arbeitswelten, sowie zu CO2-Reduktionen bei Wohnobjekten.

Bleiben Sie am Puls und bestellen Sie hier die neuste Ausgabe des Immo-Monitorings.
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