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Regionalgruppe Ortenau
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Newsletter November 2018

Liebe Leserinnen und Leser,

in der Presse wird Morgen (hoffentlich!) folgende Meldung zu lesen sein

„ Am Sonntag, 25. November, war weltweit Roses Revolution / Geburtshilfe am Ortenau Klinikum in Offenburg lädt am 12. Dezember zum „Erzähl-Café: Geburt“ ein

Sarah Schulze von der Elterninitiative Mother Hood Ortenau hat am Sonntag, 25. November, 9 Rosen an Ingrid Vogt, leitende Hebamme am Ortenau Klinikum in Offenburg und Frank Madundo, Oberarzt der Geburtshilfe am Ortenau Klinikum in Offenburg, abgegeben. Grund: Am Sonntag fand die weltweite Aktion „Roses Revolution“ gegen Respektlosigkeit und Gewalt in der Geburtshilfe statt. Betroffene legen eine Rose und einen Brief an den Orten nieder, an denen sie Gewalt während der Schwangerschaft, der Geburt oder im Wochenbett empfunden haben. Die Aktion hat zum Ziel, den betroffenen Frauen, Müttern, Familien und Geburtshelferinnen eine Stimme zu geben: Für eine selbstbestimmte und empathische Geburtshilfe.

Im Vorfeld hatte die Elterninitiative Mother Hood den Frauen angeboten, ihre Briefe und Rosen gesammelt dem Geburtshilfeteam des Klinikums am Ebertplatz zu übergeben. Einige Frauen hatten das Angebot angenommen, da es vor allem traumatisierten Frauen schwer fällt, über das Geschehene zu sprechen oder damit umzugehen.

Die Berichte, die die Eltern an die Rosen gehängt haben, beschreiben die empfundenen Erlebnisse über körperliche, mentale und strukturell bedingte Gewaltanwendungen. Oftmals wird benannt, dass Druck ausgeübt und Angst geschürt worden sei. Es kam aber auch vor, dass ein respektloser Umgang und verbale Gewalt empfunden und für die Betroffenen zur Bedrohung wurden.

„Jährlich entbinden in unserem Klinikum über 2.000 Frauen und wir bekommen viele positive Rückmeldungen. Die Tatsache, dass jede der 9 Rosen für eine Frau steht, die sich in unserem Haus schlecht behandelt fühlt, bedrückt mich“, erklärt der leitende Gynäkologe Frank Madundo. Seit einigen Monaten arbeiten Oberarzt Frank Madundo, Hebamme Ingrid Vogt und Elternvertreterin Sarah Schulze stellvertretend für Hebammen, Frauen und Gynäkologen an einem Konzept, wie die Situation beleuchtet und jeder Frau ermöglicht werden kann, eine selbstbestimmte und schöne Geburt zu erleben.

„Notwendig wäre es, dass mein Team ein Feedback von den Gebärenden und ihren Familien bekommt. Wir nehmen die abgelegten Rosen sehr ernst, aber es reicht nicht aus, um etwas zu verändern. Wichtig wäre es, über das Erlebte zu sprechen und sich auszutauschen. So könnten vor allem auch Missverständnisse und Probleme in der Kommunikation schnell ausgeräumt werden.“, erklärt Hebamme Ingrid Vogt.

„Wir wollen den Frauen, die schlechte Geburtserfahrungen hatten, Gehör verschaffen. Ihnen zuhören, sie ernst nehmen und Veränderungen auf den Weg bringen.“ sagt Sarah Schulze und beschreibt, dass es sie sehr traurig stimmt, wenn sie auf den Rosenstrauß blickt. Ziel sei es, jeder Frau eine selbstbestimmte Geburt zu ermöglichen - egal an welchem Geburtsort.

Die drei sind sich einig, dass das besondere und einmalige Ereignis der Geburt des eigenen Kindes positiv erlebt werden sollte und die Geburtsbegleiter wertschätzend und achtsam im Umgang mit der Gebärenden sein sollen.

Vertreterinnen und Vertreter des geburtshilflichen Teams am Ortenau Klinikum in Offenburg laden aus diesem Grund am 12. Dezember um 15.30 Uhr zu einem „Erzähl-Café: Geburt“ mit gemeinsamen Gesprächen und einem Erfahrungsaustausch an den Klinik-Standort Ebertplatz ein. Jeder kann daran teilnehmen. Es sollen zum einen Geburtsgeschichten erzählt und gehört sowie Wünsche und Anregungen formuliert werden.“

Wir möchten euch ganz herzlich zu der Veranstaltung am 12. Dezember einladen und freuen uns sehr, dass das Geburtsteam und die Leitung des Ortenau Klinikums dazu aufruft. Lasst uns miteinander auf Augenhöhe sprechen und einen Grundstein für Veränderungen setzen.

 

Euer Mother Hood Team Ortenau

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